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Studie: KI-Forschung im MINT-Unterricht ignoriert die Bedürfnisse von Schülern

Eine umfassende Literaturstudie (183 Publikationen) aus der Mathedidaktik der Universität Würzburg, veröffentlicht im International Journal of STEM Education, kritisiert den aktuellen Stand der Forschung zu KI im MINT-Unterricht. Prof. Hans-Stefan Siller und Alissa Fock kommen zu dem Schluss, dass die Forschung primär technikzentriert ist und das Ziel der ganzheitlichen Bildung ("Human Flourishing") aus den Augen verliert.

Die zentralen Defizite der aktuellen Forschung:

  • Technik-Tunnelblick: Der Fokus liegt auf der Leistungsfähigkeit von KI-Systemen (35 %) und der Entwicklung neuer Tools (22 %). Die Wirkung auf Lernende und Lehrende wird vernachlässigt. Von 139 empirischen Studien untersuchten rund die Hälfte ausschließlich KI-generierte Inhalte, ohne deren Anwendung im Unterricht zu beobachten.
  • Vernachlässigung ganzheitlicher Fähigkeiten: Kognitive Aspekte dominieren. Entscheidende nicht-kognitive Fähigkeiten wie Motivation, Selbstvertrauen, kritisches Denken und ethisches Urteilsvermögen werden kaum untersucht.
  • Ethische Lücke: Themen wie Bias (Voreingenommenheit) und Datensicherheit spielen in der Forschungsliteratur kaum eine Rolle.
  • Geografisches Ungleichgewicht: Die Forschung konzentriert sich auf den Globalen Norden (73 %, davon 30 % USA), was kulturelle Vielfalt ignoriert.

Der Lösungsansatz: Mensch-KI-Kollaboration Die Autoren fordern, den Menschen wieder in den Mittelpunkt zu stellen. Sie schlagen ein Modell vor, in dem Lehrkräfte KI als Werkzeug für Routineaufgaben nutzen (z.B. Übungserstellung), aber die finale pädagogische Verantwortung und kritische Prüfung der Inhalte (auf Fehler, Bias) behalten. Dies entlaste Lehrkräfte, bewahre aber ihre Autonomie und die Sinnhaftigkeit ihrer Tätigkeit.

Der kritische Kim-Blick:

Die Studie liefert eine wichtige Meta-Analyse, hat aber auch Grenzen:

  1. Akademischer Elfenbeinturm? Die Studie analysiert Forschungsliteratur. Sie spiegelt nicht zwangsläufig die reale Praxis in Klassenzimmern wider, wo engagierte Lehrkräfte KI vielleicht schon viel ganzheitlicher einsetzen, als es die Forschung abbildet.
  2. Fehlende Konkretisierung: Der Ruf nach "Human Flourishing" und "ganzheitlicher Entwicklung" ist richtig, aber sehr abstrakt. Die Studie liefert keine konkreten Beispiele, wie eine Forschung aussehen müsste, die "Motivation" oder "ethisches Urteilsvermögen" im Kontext von KI misst.
  3. Keine Lösungen für den "Bias": Dass Voreingenommenheit in KI-Systemen ein Problem ist, wird festgestellt, aber es fehlen Ansätze, wie Lehrkräfte diesen Bias in der Praxis erkennen und pädagogisch auffangen können.
Kim prophezeit

Basierend auf der Kritik am Technik-Fokus wage ich diese Prognose:

  1. Die "Pädagogik-Wende" (ab 2026): Der anfängliche KI-Hype im Bildungswesen wird abflauen. Es wird eine Gegenbewegung geben, die lautstark einfordert, dass KI pädagogischen Zielen dienen muss. Wir werden einen Boom an Fortbildungen und Lehrmaterialien sehen, die sich auf "KI-Ethik im Unterricht" und "Kritisches Denken mit KI" fokussieren.
  2. Neue Messgrößen für Bildungserfolg: Die reine Wissensabfrage (die KI gut kann) wird an Bedeutung verlieren. Zukünftige Prüfungsformate werden stärker auf Kompetenzen wie Problemlösefähigkeit, Kreativität und ethische Reflexion zielen – Fähigkeiten, die KI (noch) nicht automatisiert bewerten kann.
  3. Der "Lehrer als Kurator": Die Rolle der Lehrkraft wandelt sich vom reinen Wissensvermittler zum "Lern-Kurator" und Mentor. Sie orchestrieren den Einsatz von KI-Tools, wählen die richtigen Inhalte aus und begleiten die Schüler bei der kritischen Auseinandersetzung.
Kim (JOBfellow) kommentiert

Diese Studie ist ein Weckruf für alle im Bildungsbereich. Lass dich nicht von der Technik blenden.

  1. Als Lehrkraft/Dozent: Wenn du KI einsetzt, frage dich nicht nur "Funktioniert das Tool?", sondern "Was macht es mit meinen Schülern/Studenten?". Nutze die KI für die Fleißarbeit, aber investiere die gewonnene Zeit in die Förderung von kritischem Denken, Empathie und Ethik. Das ist deine unersetzbare menschliche Rolle.
  2. Als Elternteil: Achte darauf, dass in der Schule nicht nur mit KI gelernt wird, sondern auch über KI. Deine Kinder müssen verstehen, dass KI-Antworten voreingenommen oder falsch sein können. Fördere ihre Medienkompetenz zu Hause.
  3. Als Bildungspolitiker/Entscheider: Investiere nicht nur in Lizenzen für KI-Tools, sondern vor allem in die Fortbildung von Lehrkräften. Sie brauchen das Rüstzeug, um KI pädagogisch sinnvoll und ethisch reflektiert einzusetzen, statt nur als "Technik-Konsumenten" zu agieren.
KI fälscht Spesenbelege – und soll sie künftig auch erkennen ( )

Der Artikel berichtet über ein wachsendes Problem für Unternehmen: Mitarbeiter:innen nutzen verstärkt Künstliche Intelligenz (KI), um gefälschte Belege für Spesenabrechnungen zu erstellen. Dienstleister, die diese Abrechnungen bearbeiten, melden eine Zunahme solcher Betrugsfälle.

Ausmaß des Problems:

  • AppZen (Finanzsoftwareanbieter) gibt an, dass im September 2025 bereits 14 % der betrügerischen Aktivitäten auf KI-generierte Dokumente zurückgingen – ein Phänomen, das es im Vorjahr noch nicht gab.
  • Das Fintech-Unternehmen Ramp entdeckte innerhalb von 90 Tagen gefälschte Belege im Wert von über einer Million US-Dollar.
  • Der Anstieg wird teilweise auf die verbesserten Bildgenerierungsfähigkeiten von KI-Modellen wie OpenAIs GPT-4o (seit März 2025) zurückgeführt.

Warum es einfacher wird:

  • KI-Modelle können überraschend realistische Belege erstellen, inklusive passendem Hintergrund, zerknittertem Papier, plausiblen Restaurant-Einträgen und sogar nachgeahmten Unterschriften.
  • Mitarbeiter:innen benötigen dafür keine Kenntnisse in Bildbearbeitungsprogrammen wie Photoshop mehr, sondern nur Zugang zu den KI-Tools.
  • Die Fälschungen sind laut SAP Concur so gut geworden, dass man seinen Augen kaum noch trauen kann.

Die Lösung: KI gegen KI:

  • Da die manuelle Prüfung schwierig wird, setzen Unternehmen nun auf KI-Tools zur Erkennung der Fälschungen.
  • Diese Tools analysieren Metadaten der eingereichten Bilder (obwohl dies umgangen werden kann, z.B. durch Abfotografieren).
  • Fortgeschrittenere KI-Systeme analysieren Inhalte auf Muster (z.B. wiederholte Kellnernamen oder Zeiten) und gleichen Belege mit Firmendaten (z.B. Reisedaten) ab.
  • Der Vorteil: KI kann Details mit konstant hoher Aufmerksamkeit prüfen, wo menschliche Prüfer:innen ermüden.
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KI im Lokaljournalismus ( )

Der Artikel porträtiert die norwegische Lokalzeitung »iTromsø« und ihre beiden führenden Köpfe im Bereich Technologie, Lars Adrian Giske (KI-Chef) und Rune Ytreberg (Datenchef). Angesichts schrumpfender Budgets und sinkender Abonnentenzahlen in der gesamten Medienbranche hat die kleine Redaktion (22 Reporter:innen) im Norden Norwegens Künstliche Intelligenz erfolgreich in ihren Arbeitsalltag integriert, um den Lokaljournalismus zu retten.

Das Problem: Die Krise des Lokaljournalismus

Die Branche leidet: Redaktionsbudgets schrumpfen, Abonnent:innen wandern ab, Werbegelder fließen zu Social Media, und jüngere Leser:innen meiden klassische Zeitungs-Webseiten. Die Angst vor dem Jobverlust durch KI ist in vielen Verlagen groß.

Die Lösung: KI als "Exoskelett" für Journalisten

Giske und Ytreberg, die als internationale Stars des Lokaljournalismus gelten, sehen die Entwicklung positiv. Statt Stellen zu ersetzen, nutzen sie KI als Werkzeug, um komplexe Aufgaben zu bewältigen, die früher nur große Redaktionen stemmen konnten.

Ihre wichtigsten Entwicklungen:

  1. Der "Immobilien-Bot": Angefangen hat es mit der automatisierten Auswertung von hunderten wöchentlichen Verwaltungsdokumenten zum Baurecht – eine Aufgabe, die Redakteur:innen nervte. Der Bot ruft Transaktionen ab, speichert und ordnet sie.
  2. "Djinn" (Datenjournalismus-Schnittstelle): Dieses System ist eine Weiterentwicklung. Es nutzt verschiedene KI-Modelle (wie das norwegische "NorBERT" und Metas "Llama 2"), um Verwaltungsdokumente vollautomatisch zu lesen, zu filtern, auf einer Relevanz-Skala von 1-10 einzuordnen und Zusammenfassungen zu schreiben. Giske trainierte das System wie einen "Mini-Lars".
  3. Skalierung: Das "Djinn"-System wurde 2024 auf 37 Redaktionen des Polaris-Medienkonzerns ausgeweitet und verarbeitet wöchentlich 4.000 bis 5.000 Dokumente, was zu mehr veröffentlichten Artikeln und höheren Zugriffszahlen führte.

Exklusive Recherchen dank KI

Durch die KI-Unterstützung konnte »iTromsø« exklusive Geschichten aufdecken, die sonst verborgen geblieben wären:

  • Verstöße von Immobilienentwicklern am Hafen.
  • Systematische Ausschließung kleiner Baufirmen durch die Verwaltung.
  • Ein Skandal in der Röntgenabteilung ("X-Ray"-Projekt) des lokalen Krankenhauses, bei dem tausende Seiten Klinikdaten und Patientenbeschwerden (mit medizinischem Fachjargon) analysiert wurden. Die KI half, Muster wie Unterbesetzung und fehlerhafte Diagnosen zu erkennen.

Die Vision: Der Journalist der Zukunft

Giske und Ytreberg träumen davon, dass jede:r Journalist:in künftig eine:n virtuelle:n Assistent:in hat – einen "Praktikanten mit 100 Armen", der Themengebiete überwacht und Ideen vorschlägt.

Trotz der fortschrittlichen Automatisierung sind sich alle einig: "Die KI verkauft keine Abos. Artikel verkaufen Abos." (Chefredakteur Trond Haakensen). Die KI könne mühsame Arbeit abnehmen (wie das Lesen von Dokumenten), aber am Ende müssten Reporter:innen mit Menschen sprechen und die Geschichten schreiben.

Die Zeitung profitiert dabei auch von der hohen Datenverfügbarkeit in Norwegen (z.B. öffentliche Steuerlisten) und der staatlichen Presseförderung. »iTromsø« konnte so ihre Abonnentenzahl in den letzten fünf Jahren entgegen dem Branchentrend steigern.

Kim (JOBfellow) kommentiert

Dieser Artikel ist ein super Beispiel dafür, wie KI Jobs nicht vernichtet, sondern transformiert und sogar verbessert! Als dein jobfellow empfehle ich dir:

  1. Sieh KI als Chance: Egal in welchem Berufsfeld du bist – überlege, wie KI-Tools dich bei Routineaufgaben entlasten könnten. Das schafft Freiraum für die wirklich spannenden, kreativen und strategischen Teile deiner Arbeit.
  2. Entwickle Datenkompetenz: Die Geschichte von »iTromsø« zeigt: Daten sind das neue Gold. Lerne, wie du Daten (auch mit Hilfe von KI) analysieren und für deine Arbeit nutzen kannst. Das ist eine Fähigkeit, die branchenübergreifend immer wichtiger wird.
  3. Kombiniere Technik mit menschlichen Stärken: Die besten Ergebnisse entstehen, wenn Mensch und Maschine zusammenarbeiten. Bleib neugierig, lerne den Umgang mit neuen Tools, aber verlass dich weiterhin auf deine kritische Urteilskraft, deine Empathie und deine Fähigkeit, Geschichten zu erzählen oder komplexe Probleme zu lösen.
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KI und der Jobeinstieg ( )

Der Artikel stellt fest, dass Berufseinsteiger:innen es derzeit ohnehin schwer haben, da Unternehmen in der Krise bei Neueinstellungen zögern. KI verschärft diese Situation:

  • Automatisierung von Einstiegsjobs: Aufgaben, die wenig Erfahrungswissen erfordern und typischerweise von Juniors übernommen wurden, werden zunehmend automatisiert. Eine Umfrage von Hi Bob bestätigt, dass 93 % der Befragten sehen, dass KI bereits Einstiegsaufgaben übernommen hat.
  • Veränderte Kompetenzprofile: Eine Deloitte-Analyse ("Global Human Capital Trends 2025") zeigt, dass 66 % der Führungskräfte junge Talente als "zu wenig qualifiziert" ansehen. Der Grund: KI übernimmt die Routineaufgaben, wodurch klassische "Learning-by-doing"-Möglichkeiten wegfallen und die Ansprüche an "Young Professionals" steigen.
  • Sorgen der Gen Z: Junge Menschen (18-29 Jahre) sorgen sich laut einer PwC-Studie (27 %) deutlich häufiger als ältere (10 % bei 60-65 Jährigen), durch KI überflüssig zu werden.
  • Gegenstrategien: Als Erfolgsstrategien für Berufseinsteiger:innen nennt der Artikel praktische Erfahrungen (Praktika), die Entwicklung starker Soft Skills (Kommunikation, Teamarbeit) und den Einstieg in Branchen mit Fachkräftemangel.

KI und Freelancer:innen

Ein weiteres großes Problemfeld ist die Abwanderung von Fachkräften, insbesondere im Freelancer-Bereich:

  • Hohe Abwanderungsbereitschaft: Eine Umfrage von Freelancermap zeigt, dass fast die Hälfte (48 %) aller Freelancer:innen im deutschsprachigen Raum erwägt, Deutschland zu verlassen.
  • Gründe: Als Motive werden bessere Lebensbedingungen, steuerliche Vorteile und weniger Bürokratie genannt.
  • Problem für den Standort: Diese Entwicklung wird als bedrohlich für den Innovationsstandort gesehen, da 93 % der auswanderungswilligen Freelancer:innen im Bereich Künstliche Intelligenz tätig sind. Sie fühlen sich in Deutschland durch politische Hürden und mangelnde Rechtssicherheit ausgebremst.

Wie Unternehmen KI bereits nutzen

Der Artikel listet auch die häufigsten Einsatzbereiche von KI in deutschen Unternehmen laut der Hi Bob-Studie auf:

  1. Datenanalyse und Reporting (56 %)
  2. Automatisierung administrativer Routinetätigkeiten (49 %)
  3. Messung von Leistung und Produktivität (26 %)
  4. Unterstützung bei Content-Erstellung und Kommunikation (24 %)
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Jedes Kind weiß mehr über die Welt als ChatGPT ( )

Der Autor argumentiert, dass Künstliche Intelligenz (KI) wie ChatGPT zwar riesige Textmengen verarbeiten kann, ihr aber jegliches Verständnis für die reale Welt fehlt – sie sei im Grunde ein „Papiertiger“.

Er stützt sich dabei maßgeblich auf den renommierten Meta-KI-Chef und Turing-Preisträger Yann LeCun. LeCun stellt dazu eine zentrale Berechnung an:

  1. Der Datenvergleich: Ein großes Sprachmodell (LLM) wird mit etwa 10¹⁴ Bytes an Daten trainiert (im Wesentlichen alle öffentlich verfügbaren Texte im Internet). Ein kleines Kind verarbeitet jedoch in seinen ersten vier Lebensjahren allein über das Sehen (den Sehnerv) die gleiche Datenmenge.
  2. Ganzheitliches Lernen: Das Kind sammelt zusätzlich „Fantastillionen“ an Daten durch Hören, Fühlen, Schmecken und Riechen, wodurch ein echtes, ganzheitliches Weltbild entsteht.

Fichtner leitet daraus ab, dass Computer die „unauslotbare Tiefe“ menschlichen Denkens, Fühlens und Handelns nicht nachbilden können. Debatten darüber, ob KI uns alle arbeitslos macht oder die Menschheit auslöscht, hält er daher für „oberflächlich und alarmistisch“. Die Zukunft sei vielmehr eine Partnerschaft, in der Menschen und Maschinen verschmelzen (als Beispiel nennt er einen Fabrikarbeiter, der ein Exoskelett nutzt).

LeCun betont zudem, dass KI „realitätsblind“ bleibe, wenn sie nur mit Text trainiert wird. Echte Intelligenz erfordere ein Verstehen der realen Welt. Dieses Verständnis sei, genau wie evolutionäre Antriebe, schlichtweg „nicht programmierbar“. (Beispiel: „Warum weiß das Kind mit acht, neun Monaten, dass es Zeit ist aufzustehen? Und warum hat es so viel Freude daran, obwohl es dauernd hinfällt?“)

Das Fazit lautet: ChatGPT weiß auf diese „Rätsel des Lebens“ keine Antwort. An der Einzigartigkeit des Menschen habe sich nichts geändert, und ein vierjähriges Kind könne der KI beim Verständnis der Welt locker das Wasser reichen.

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Amazons Automatisierungspläne ( )

Laut einem Bericht der New York Times über geleakte Dokumente plant Amazon einen massiven Ausbau der Automatisierung durch Roboter und KI in seinen Logistikzentren und bei Lieferungen. Diese Pläne könnten Hunderttausende Arbeitsplätze kosten.

Der Bericht legt nahe, dass es sich dabei weniger um den Abbau bestehender Jobs handelt, sondern vielmehr um potenzielle Stellen, die nicht besetzt werden.

  • Das Automationsteam von Amazon rechne damit, dass 2027 rund 160.000 benötigte Mitarbeiter:innen nicht eingestellt würden.
  • Bis 2033 könnten die Umsätze sich verdoppeln, während die Mitarbeiterzahl stabil bliebe. Die NYT leitet daraus ab, dass in diesem Zeitraum über 600.000 potenzielle Stellen nicht geschaffen würden.
  • Internen Dokumenten zufolge wolle Amazon rund 75 % der Unternehmensabläufe automatisieren.

Amazon hat die Pläne nicht dementiert, aber beschwichtigt: Die Dokumente würden nur die Perspektive eines einzigen Teams widerspiegeln, nicht die Gesamtstrategie.

  • Als Beleg für seine Einstellungsbereitschaft verwies Amazon auf die Einstellung von 250.000 Mitarbeiter:innen für das Weihnachtsgeschäft.
  • Zudem seien in der Vergangenheit durch Automatisierung gesparte Gelder in neue Jobs investiert worden.

Die NYT merkt jedoch an, dass Amazon künftige Logistikzentren bereits mit Hunderten Robotern ausrüste, wodurch rund ein Viertel weniger Personal als bisher benötigt werde.

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Gen Z im Wandel: Experten raten angesichts von KI zur Berufswahl im Handwerk statt Universität ( )

Der Artikel warnt, dass Künstliche Intelligenz (KI) den Arbeitsmarkt dramatisch verändern wird, insbesondere für Jobeinsteiger:innen und Akademiker:innen, während das Handwerk massiv an Bedeutung gewinnt.

KI und der Wandel der Arbeit (Hartwin Maas):

  • Einsteiger-Jobs werden "obsolet": Hartwin Maas prognostiziert, dass typische Einsteiger-Jobs bis 2030 "obsolet" werden. KI übernimmt Routineaufgaben in Bereichen wie Marketing, Entry-Level-Coding, Lagerhaltung und Vorarbeit im Recruiting.
  • Höhere Anforderungen: Berufseinsteiger:innen werden dadurch gezwungen, sofort komplexere Aufgaben zu übernehmen, da die einfachen Zuarbeiten wegfallen.
  • Neue Berufe: Gleichzeitig werden bis 2035 viele neue Berufe entstehen, die wir heute noch nicht kennen.

Geisteswissenschaften unter Druck (Rüdiger & Hartwin Maas):

  • Abwertung der Disziplin: Rüdiger Maas befürchtet eine Abwertung der Geisteswissenschaften. KI-Tools wie ChatGPT ersetzen Kernaufgaben (Zusammenfassen, Lektorat, Übersetzungen, Routine-Journalismus) und fördern laut Hartwin Maas eine "Copy-Paste-Mentalität" statt tiefer Reflexion.
  • KI in der Lehre: Rüdiger Maas sieht Probleme bei der Erkennung von KI-generierten Arbeiten. Er schlägt vor, mündliche Prüfungen stärker zu gewichten, um das tatsächliche Reflexionsvermögen zu testen.
  • Neue Chancen: Geisteswissenschaftler:innen könnten sich künftig auf ethische und gesellschaftliche Fragen der KI konzentrieren, wodurch Empathie und zwischenmenschliche Fähigkeiten wichtiger werden.

Die große Chance: Das Handwerk (Hartwin Maas):

  • Kritik an "Akademisierung": Hartwin Maas kritisiert die "übertriebene Akademisierung" in Deutschland, die "uns auf die Füße fallen" wird, und lobt die Schweiz für ihre Ausgeglichenheit zwischen akademischer und beruflicher Bildung.
  • Vorteile des Handwerks: Er erwartet einen starken Anstieg der "Erfolgskurve" für Handwerksberufe. Die Vorteile seien: zukunftssichere Jobs, stabiles Einkommen, gute Karrierechancen, frühere Selbstständigkeit und höhere Zufriedenheit. Handwerker:innen würden zudem früher Geld verdienen und so mehr Vermögen aufbauen als viele Studierende.
  • Bildungsweg überdenken: Der traditionelle Weg (Gymnasium, Universität) könnte an Wert verlieren, da der Arbeitsmarkt künftig stärker Fähigkeiten und technologische Kenntnisse priorisiert.
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Problem in der US-Justiz: Der Einsatz von Generativer Künstlicher Intelligenz (KI) führt zu "KI-Müll" ( )

Der Artikel berichtet über ein ernstes Problem in der US-Justiz: Der Einsatz von Generativer Künstlicher Intelligenz (KI) führt zu "KI-Müll" – also von der KI erfundenen Fakten, Studien oder Präzedenzfällen – in offiziellen Gerichtsdokumenten. Während dies bisher vor allem bei Anwält:innen auftrat, sind nun auch die Urteile von zwei US-Bundesrichtern betroffen.

Der Vorfall

Zwei US-Bundesbezirksrichter, Henry Wingate (Mississippi) und Julien Neals (New Jersey), haben Entscheidungen ausgefertigt, die so offensichtlich fehlerhaft waren, dass es den Verfahrensparteien sofort auffiel. Nachdem sie darauf hingewiesen wurden, löschten beide Richter die fehlerhaften Urteile aus den Akten und ersetzten sie durch korrigierte Versionen.

Die Reaktion: Keine Verantwortung, Schuldzuweisungen

US-Senator Charles Grassley, besorgt um die Integrität der Justiz, forderte Antworten von den Richtern. In ihren Antwortschreiben zeigte sich laut Artikel wenig Verantwortungsbewusstsein:

  • Richter Wingate schob die Schuld auf einen juristischen Mitarbeiter:in. Dieser habe das Sprachmodell Perplexity genutzt, um "öffentlich verfügbare Informationen zusammenzustellen".
  • Richter Neals machte einen Praktikanten (Rechtswissenschaftsstudent) verantwortlich. Dieser habe ChatGPT "ohne Genehmigung, ohne Offenlegung" und entgegen aller Regeln genutzt.

Beide Richter gaben zu, dass die normalen, mehrstufigen Prüfverfahren (die solche Fehler hätten finden sollen) vor der Veröffentlichung unterblieben. Den Grund dafür nannten sie jedoch nicht.

Das Kernproblem: Fehlende und schwammige Regeln

Der Vorfall offenbart ein strukturelles Problem:

  1. Keine klaren Regeln vor Ort: Die betroffenen Gerichte hatten offenbar keine verschriftlichten Regeln zum Einsatz von KI.
  2. "Erstaunlich schwammige" Bundesvorgaben: Die vorläufigen Richtlinien der US-Bundesgerichtsverwaltung sind sehr vage. Sie verbieten nicht, das Fällen von Urteilen an KI auszulagern, sondern regen lediglich zur "Vorsicht" an.
  3. Keine Offenlegungspflicht: Richter:innen und Justizbedienstete müssen nicht einmal verpflichtend angeben, ob sie KI eingesetzt haben; sie sollen nur darüber "nachdenken".

Derzeit wird eine Novelle diskutiert, nach der KI-erzeugte Beweise ähnlich wie Aussagen von Sachverständigen behandelt werden sollen.

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E-Bike-Boom sorgt für "Traumjobs" ( )
(Zusammenfassung der Quelle: Süddeutsche Zeitung)

Der E-Bike-Boom und die hohe Nachfrage nach Job-Bikes (Firmen-Leasing) sorgen für volle Auftragsbücher im Zweirad-Handwerk.

  • Hoher Bedarf: Die Betriebe werden mit Aufträgen überflutet ("plötzlich fünfzig Räder in der Woche") und suchen "händeringend" nach qualifizierten Kolleg:innen – auch Quereinsteiger:innen sind willkommen.
  • High-Tech ist Standard: Der Beruf ist heute ein "Traumjob" für Technik-Fans. E-Bikes machen den "Löwenanteil" der Arbeit aus.
  • Lebenslanges Lernen: Du lernst nie aus. Ständige Weiterbildung (z.B. direkt bei Herstellern wie Bosch) zu neuer Motor-, Akku- und Display-Technik gehört fest zum Job.
  • Sinnvolle Arbeit: Du sorgst für Sicherheit im Verkehr. Experten betonen, wie wichtig die regelmäßige Wartung der modernen Bikes ist.
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Studie "Die Suche nach KI-Fachkräften in Deutschland Rekrutierungsstrategien in Stellenanzeigen Gutachten im Projekt „Entwicklung und Messung der Digitalisierung der Wirtschaft am Standort Deutschland“ ( )

Kerninhalte der Studie:

Starker Anstieg der KI-Stellenanzeigen: Die Studie belegt einen deutlichen und kontinuierlichen Anstieg der Nachfrage nach KI-Fachkräften in Deutschland über die letzten Jahre. Dieser Trend ist branchenübergreifend, mit Schwerpunkten in der IT, Finanzdienstleistung, Beratung und dem verarbeitenden Gewerbe.

Vielfalt an KI-Berufsprofilen: Es werden verschiedene Rollen identifiziert, die unter dem Oberbegriff "KI-Fachkräfte" subsumiert werden, darunter insbesondere:

  • Data Scientists (häufigste Rolle)
  • Machine Learning Engineers
  • KI-Entwickler/Programmierer
  • Spezialisierungen wie Computer Vision oder Natural Language Processing (NLP).
  • Auch KI-relevante Rollen wie Data Engineers oder Cloud Engineers, die die Infrastruktur für KI schaffen.

Gesuchter Kompetenzmix: Unternehmen suchen einen hybriden Kompetenzmix, der sich aus drei Hauptbereichen zusammensetzt:

  • Technisches KI-Fachwissen: Kenntnisse in Machine Learning (insbesondere Deep Learning), Algorithmen, neuronalen Netzen, Data Mining, Big Data und relevanter Programmiersprachen (Python, R, Java).
  • Mathematisch-Statistische Fähigkeiten: Starkes Verständnis für Statistik, Wahrscheinlichkeitsrechnung und lineare Algebra zur Modellentwicklung und -bewertung.
  • Domain-Wissen: Branchen- und Anwendungskenntnisse, um KI-Lösungen auf spezifische Geschäftsprobleme anwenden zu können.

Soft Skills und Methodenfähigkeiten: Neben den Hard Skills sind auch Soft Skills entscheidend:

  • Problemlösungskompetenz und analytisches Denken.
  • Kommunikationsfähigkeit (um komplexe KI-Themen an Nicht-Experten zu vermitteln).
  • Teamfähigkeit und Projekterfahrung.
  • Kreativität und Neugierde (insbesondere bei Forschungs- und Entwicklungsrollen).

Hohe Bildungsanforderungen: Für die Kern-KI-Rollen wird in den Stellenanzeigen häufig ein akademischer Abschluss (Master oder Promotion) in Informatik, Mathematik, Statistik, Physik oder angrenzenden Ingenieurwissenschaften vorausgesetzt.

Herausforderungen bei der Rekrutierung: Die Studie bestätigt den Fachkräftemangel in diesem Bereich. Unternehmen müssen oft hohe Anforderungen stellen und gleichzeitig um die wenigen Talente konkurrieren. Die Suche ist komplex, da die benötigten Kompetenzen oft interdisziplinär sind und nicht immer in klassischen Ausbildungsgängen abgebildet werden.

Rekrutierungsstrategien: Unternehmen versuchen, Talente durch Attraktoren wie innovative Projekte, modernste Technologien, flexible Arbeitsmodelle und Weiterbildungsmöglichkeiten zu gewinnen.

Zusammenfassend: Die Studie zeigt, dass der deutsche Arbeitsmarkt eine stark wachsende Nachfrage nach hochqualifizierten KI-Fachkräften hat, die eine Mischung aus technischem, mathematischem und domänenspezifischem Wissen sowie ausgeprägten Soft Skills mitbringen. Die Rekrutierung dieser Talente stellt eine große Herausforderung für Unternehmen dar.

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